Goldmedaille für junges Kirchberger Geografie-Talente

| Andrea Vieira

Sie denken vernetzt, arbeiten exakt und haben ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungvermögen. Vier Mittelschülerinnen und Mittelschüler überzeugten bei der dritten Schweizer Geografie-Olympiade. Sie gewannen die Goldmedaille beim Final, das an der Kantonsschule Solothurn stattfand. Im Sommer 2018 vertreten die Talente die Schweiz an der internationalen Geografie-Olympiade in Kanada.

Es war kalt am Finale. Dicke Socken, Windjacken, Handschuhe: Die 17 Finalistinnen und Finalisten der 3. Schweizer Geografie-Olympiade stellten sich dem Wetter und dem Wettkampf. Nach drei Prüfungsteilen standen die Gewinner der Olympiade fest. Gold ging an: Aiyana Signer aus Kirchberg, David Kiely aus Windisch (AG), Nathalie Meier aus Busswil (TG), Sven Julien Voigt aus Bern.

Die Goldmedaille ist das Ticket für die internationale Olympiade in Kanada
Die vier Gymnasiastinnen und Gymnasiasten gehören zu den besten Schweizer Nachwuchstalenten in Geografie. Sie haben sich bei der Qualifikation im Mai 2017 gegenüber 650 Jugendlichen durchgesetzt. „Ich bin sehr glücklich, dass ich es soweit geschafft habe“, erklärt der Gewinner David Kiely.“Ab jetzt ist alles ein grosses Extra“. Dieses „Extra“, das ist die Reise nach Kanada an die Internationale Geografie-Olympiade iGeo. Vom 6. B is 10. August 2018 misst sich dort das Schweizer Team mit Schülern aus über 40 Ländern. Zu gewinnen gibt es Wissen, Medaillen – und ein internationales Netzwerk. Für die St. Gallerin Aiyana Signer ist die Olympiade „eine tolle Chance, mich in die Themen der Geografie zu vertiefen.“ Nathalie Meier ergänzt, dass alleine die Reise ein tolles Erlebnis sei: „Ich überquere zum ersten Mal den Atlantik.“

Den Klimawandel verstehen, Lebenserwartungen analysieren
Klimawandel, Tourismus oder Bevölkerungsgeographie: Die Themen des Finals waren vielfältig. Die Jugendlichen absolvierten drei Prüfungen: eine schriftliche Prüfung auf Englisch, eine Feldarbeit und einen Multimedia-Test. Bei Letzterem analysierten und interpretierten sie Karten, Grafiken und Bilder: Was sagt eine Wiese mit einer Schneekanone über den Klimawandel aus? Wie entwickelt sich die Lebenserwartung in Südamerika und Afrika? Wer vernetzt denkt, der bringe die richtige Fähigkeit mit, um solche Aufgaben zu lösen, erklärt Flurina Jenal, Lehrperson und Organisatorin der Geografie-Olympiade in Solothurn: „In der Geografie geht es immer darum, sich zu fragen, wie der Mensch die Natur beeinflusst – und umgekehrt.“

Wie Geografie hilft, ein Open-Air-Kino zu planen
Geografie ist eine angewandte Wissenschaft, zum Final gehört daher auch eine Feldarbeit. Die Finalistinnen und Finalisten erstellten Karten eines Schulgeländes. Genaues Arbeiten und räumliches Denken waren gefragt. Wie sieht das Gelände aus der Vogelperspektive aus? In einer zweiten Aufgabe suchten die Jugendlichen nach einer Lösung für ein Raumproblem: Ein Open-Air-Kino musste auf dem Kantonsschulgelände geplant werden. Wie teilt man den Raum geschickt auf, was darf in einem Kino mitten im Quartier nicht fehlen? Die vier Goldmedaillengewinner haben mit ihrer Planung überzeugt.

Bild: Verband Schweizer Wissenschafts-Olympiaden

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